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Strategische Ziele

Von Christian Worch.

Ich gebe zu, ich bin ein Putin-Versteher. Nicht immer und aus Prinzip,
aber meistens. Und das heißt auch nicht, daß ich alles, was ich
verstehe, für richtig halte. Gut oder richtig kann eine Frage
persönlicher Moral sein. Oder davon abhängig, ob man in Parchim wohnt
oder in Moskau…. – Wenn ich Russe wäre, würde ich vielleicht hin und
wieder auch mal gegen ihn demonstrieren, auch auf die Gefahr hin, dann
mit Novitschock oder Polonium Bekanntschaft zu machen. Häufiger
allerdings würde ich wohl für ihn demonstrieren. Und wenn ich Russe wäre
und ein Motorrad hätte, wäre ich vielleicht bei den „Nachtwölfen“. Und
wenn ich Russe wäre und jünger und sportlich-fit, könnte ich mir sogar
einen Job bei der „Gruppe Wagner“ vorstellen.

Im Moment ist es wohlfeil, vom sicheren Wohnzimmer aus auf den
Präsidenten der Russischen Republik verbal einzuprügeln. Aber sehen wir
das alles doch bitte einmal ohne künstliche Empörung und nüchtern.

Da war die Sache mit der Krim. Die „grünen Männchen“ kamen wie aus dem
Nichts, nahmen den Laden unblutig in die Hand. In einem Referendum
stimmten so etwa 95 Prozent der Bewohner für die Zugehörigkeit zu
Rußland. Die Halbinsel wurde anektiert. Sie war russisch und damit auch
christlich-orthodox, seit das Zarenreich sie vor rund zweihundertfünfzig
Jahren den Krim-Tartaren abnahm, die ihrerseits Vasallen des
moslemischen Osmanischen Reiches waren. Also die Wiederherstellung eines
historischen Zustandes, denn das Zarenreich wurde von der Sowjetunion
beerbt und diese von der heutigen Russischen Föderation.

Und dann war da die Sache mit dem Donbass. Leider nicht ganz unblutig;
vielleicht, weil der Landstrich keine Insel oder Halbinsel ist. Unter
dem Schattenkrieg zwischen den von Rußland unterstützten Separatisten
und der ukrainischen Zentralregierung in Kiew einschließlich der von
Oligarchen bezahlten Söldnern mußte die Zivilbevölkerung einige Jahre
leiden. Ob man das „Genozid“ nennen kann oder ob das böse Wort eine
propagandistische Überhöhung ist, kann ich als Außenstehender nicht
beurteilen. Verständlich aber ist, daß eine ganz überwiegend aus
ethnischen Russen bestehende Bevölkerung, die russisch als Muttersprache
spricht und der russischen Kultur verbunden ist, lieber zu Rußland
gehören möchte als zu dem aus dem Zerfall der Sowjetunion geborenen
Kunststaat Ukraine. Verständlich also, wenn Wladimir Putin jetzt die
selbsternannten Volksrepubliken anerkennt und sie sogar militärisch
unterstützt.

Wie war das eigentlich 1973 mit Nordzypern? Da marschierte die Türkei
ein, um den türkischstämmigen Bevölkerungsanteil dort zu schützen, und
die „westliche Wertegemeinschaft“ reagierte kaum. Weil mitten im kalten
Krieg die Türkei gebraucht wurde, um die Südflanke der NATO zu schützen.
Und wie war es mit der Herauslösung des Kosovo aus Serbien, dem
größten Nachfolgestaat des früheren Jugoslawien? Da wurden auch neue
Grenzen gezogen, und die Serben wurden mit Krieg überzogen; sogar noch
auf recht feige Art nur aus der Luft, weil „der Westen“ die möglichen
Verluste eines Bodenkrieges scheute. Oder wie war das mit Afghanistan?
Da wurde Krieg geführt und ein sicherlich nicht erfreuliches Regime
gestürzt, weil die Mullahs sich weigerten, Osma bin Laden auszuliefern.
Wenn man sich nur ein klein wenig mit dem Koran befaßt hätte, hätte man
das wissen müssen: Das Gastrecht ist im Islam heilig, und ein wirklich
tiefgläubiger Moslem würde sich eher in Stücke hacken lassen, als einen
Gast auszuliefern.

Doppelzüngigkeit und Doppelmoral. Da ist ein Mann wie Putin immerhin
ehrlicher als das, was im Westen so als Politiker an die Spitze der
jeweiligen Staaten hochgespült wird.

Allerdings, wie erwähnt, nicht alles ist mir verständlich.

Es sieht im Moment so aus, als wollten die russischen Truppen auch die
Hauptstadt Kiew einnehmen, vielleicht die ganze Ukraine zumindest
zeitweilig besetzen. Von einer „Demilitarisierung“ und einer
„Entnazifizierung“ der Ukraine spricht Wladimir Putin ganz im Stil eines
überwunden geglaubten Kalten Krieges. Anscheinend soll die Regierung der
Ukraine gestürzt werden, möglicherweise ihre Mitglieder in
Schauprozessen abgeurteilt. Das geht ein gutes Stück weiter als nur eine
Änderung der Grenzlinien und die Anerkennung und Stabilisierung zweier
kleiner „Volksrepubliken“, die dann optional eines Tages vielleicht in
Rußland integriert werden könnten oder als Satilitenstaaten eine
Pufferzone bilden würden.

Andererseits ist ungewiß, ob die rigiden Pläne echt sind oder nur eine
Drohkulisse gegenüber der jetzigen ukrainischen Führung aufbauen wollen,
um diese leichter zu Zugeständnissen zwingen zu können.

Die nächsten Tage und Wochen werden enthüllen, welche Strategie wirklich
hinter dem Vorgehen steckt. Und das hat überhaupt nichts mit
Betroffenheit zu tun, mit wütenden Verurteilungen oder der zahnlosen
Waffe von „Sanktionen“, das ist einfach reale Politik. Genauer gesagt:
reale Machtpolitik.

3 Kommentare

  • Thomas Wulff

    Heil und Sieg Christian,
    Genau dies versuche auch ich dem einen oder anderen gegenüber zu erklären.
    Ich sehe hier natürlich auch unsere Geschichtliche Dimension.
    Die gilt es nicht zu sehr zu beanspruchen – es ging um mehr – aber wird es zu weilen eben auch. Ich erinnere hier an die Vorträge unseres Kameraden Jürgen Rieger, der dies auch auf historischer und völkischer, geopolitischer Sicht beleuchtete und zu gleicher Beurteilung kam.
    ES GEHT ABER in erster Linie auch um fie Auswirkungen auf unser Volk und die europäischen Völker. Der Schlag geht auch gegen unsere staatliche Verfasdtheit. Es geht um die Stabilisierung des wrstlichen Systems welches an seiner Fäulniss krankt. Den Zerfallserscheinungen soll mit dieser provozierten Eskalation ein Riegel vorfeschoben werden es soll zum grossen Global-Verschmelzungsschlag ausgeholt werden.
    Es tut mir um die tapferen nationalen Kämpfer auf beiden Seiten der Front leid…aber so ist der Krieg mit seiner Logig.
    Ich muss aber unsere Situation reflektieren.
    -Steiner-

  • Hermann Dancker

    Guten Abend in die Runde. Ich sehe in dem in der Ukraine erlaubten Handeln der Kameraden unter Wolfsangel und Swastika losgelöste Kettenhunde. Endlich von den Zwängen der Zurückhaltung befreit und von den Machthabern sogar bewaffnet, toben sie sich aus. Diese Freiheit zur Gewaltausübung bewirkt im doppelten Sinne Schlechtes: Zum Einen wird der westlichen Welt vor die verblendeten Augen geführt, daß “Nazis” in der Ukraine auf das Übelste Gewalt ausüben. Zum Anderen werden wir Nationale Sozialisten auf der Suche nach Orten, die wir zur Weitergabe und zum Erhalt unseres Blutes brauchen – und diese Orte werden nicht im Mutterland, sondern in den Germanischen Siedlungsgebieten weiter ostwärts, notfalls bis zum Ural liegen – in Erklärungsnot gebracht. Es ist bekannt und unbestritten, daß wir fremde Völker in ihren angestammten Siedlungsgebieten respektieren. Deshalb werden wir ja auch so massiv bekämpft. Das Mutterland liegt geopolitisch dermaßen nachteilig, daß wir auf ewig bekriegt werden, nicht zu vergessen unsere Nachbarn, die Polen, die Tschechen, die Franzosen und die großen Kriegstreiber in Engeland. Auch in Weißrußland, einem Land unserer Blutsverwandten, werden wir wieder in einem Aufmarschgebiet siedeln. Deshalb ist auch die Ukraine vom westlichen Militärbündnis geschaffen worden. Die Deutschen haben Belgien, die Russen haben die Ukraine. Wir müssen uns vor Augen halten: Deutschland hat in der Welt keine Freunde; Germania esse delendam; Unser Wertekodex, der da heißt: ,,Am deutschen Wesen soll die Welt genesen”, bedeutet eine außerordentliche Gefahr für die 2% wirklich Herrschenden.

  • Axel Schweiß

    Heil und Segen

    So in etwa wie Herr Worch das einschätzt sehe ich das auch.Ein sehr gutes Statement!
    Das Putin quasi seine Leute heim ins Reich holt und sich die Situation im Donbass ca. 8 Jahre anschaute ist völlig legitim.
    Ob er nun die ganze Ukraine besetzen mußte wird wohl auch strategische und geopolitische Gründe haben.
    Mir wäre es lieber ,ehrlich gesagt,er würde die ganze Ukraine zerschlagen und für die alten Grenzen im Westen eintreten.
    Die Polacken sollten ihre Ostgebiete wiederbekommen und wir unsere dann auch.
    Leider ist das nur ein Traum von mir und sicher auch vielen anderen.
    Aber vielleicht ergibt sich da ja mal so ein Zeitfenster – ich glaube fest daran!
    Gruß Axel

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