Politische Artikel

Alles hinterfragen. Von Björn Höcke

Der Info-Krieg hat im Zusammenhang mit dem Rußland-Konflikt eine neue Qualität erreicht — auch was die Zensurmaßnahmen im Internet betrifft. Seit Jahren ist zum Beispiel ganz besonders ein russischer Fernsehsender im Visier, dessen Verbot (!) [1] und damit die Gleichsetzung mit tatsächlich kriminellen Inhalten im Netz war nur ein erster Höhepunkt. Vorher wurden schon andere Maßnahmen zur wirtschaftlichen Vernichtung unternommen, wie beispielsweise die Kündigung von Bankkonten seitens der Commerzbank zum 31. Mai 2021. (Wir kennen das bereits vom Umgang mit patriotischen alternativen Medien und Multiplikatoren — an dieser Stelle ein schöner Gruß an M. S. und eine NGO)

Ein ganz besonders heißes Eisen scheint aktuell das Thema Biowaffen in der Ukraine zu sein. Ein Grund, einmal etwas genauer hinzuschauen: Angeblich gehörte die Existenz von US-amerikanischen »Biowaffen-Laboren« in der Ukraine zu den Gründen des russischen Einmarschs. Alles nur »Fake-News« und »Kreml-Propaganda«, befindet der »Fakten-Check« des bundesdeutschen »Staatssenders« ZDF. Doch seltsamerweise gab es da diese Einlassung von Victoria Nuland, Staatssekretärin für politische Angelegenheiten in der Biden-Regierung, die davor warnte, daß die mit Hochsicherheitslaboren der Stufe 3 ausgestatteten Forschungszentren in die Hände der Russen fallen könnten. [3] »Nuland ist ausgewiesene Rußland- und Ukraine-Expertin«, schreibt der Österreichische »Wochenblick«, »Sie war 2014 US-Spitzenvertreterin im Zuge der Maidan-Revolution in der Ukraine, zuständig für die Vergabe von US-Kreditgarantien in Höhe von 1 Mrd. US-Dollar und die Bereitstellung ‚nicht tödlicher Unterstützung‘ für das ukrainische Militär und den Grenzschutz.« [4]

Ist es wirklich so abwegig, daß es einen Zusammenhang gibt? Bekannt ist die Existenz von sogenannten »Black Sites« im Zusammenhang mit geheimen Folter-Gefängnissen im Ausland [5], wie beispielsweise das Guantanamo Bay Naval Base. Die Washington Post schreibt auch von solchen Einrichtungen in Osteuropa [6], vermeidet aber die Nennung von konkreten Namen.

Bereiten die USA in Zusammenhang mit der Ukraine eine Renaissance der Biowaffen vor? Es heißt, der Physiker und Air-Force-Offizier Robert Kadlec, der während der Bush-Administration die »BioDefense«-Abteilung leitete, habe für das militärische Potential biologischer Waffen geworben, da diese günstig einzusetzen und ihr Urheber nicht rückverfolgbar sei. Diese Einschätzung wirkt allerdings aus der Zeit gefallen, als nach dem zweiten Weltkrieg Biowaffen durch moderne Medikamente für beherrschbar gehalten wurden. Denn die sie einsetzende Kriegspartei müßte für die eigene Bevölkerung ein Gegenmittel bereithalten, um sich nicht ihre eigene Infrastruktur zu gefährden, was der Hauptzweck dieser Art von Waffen ist. Vor allem im Falle von Anthraxsporen und Pockenviren, die als »Hauptkandidaten« für Biowaffen galten, kann man anhand einer RNA-Analyse darüber hinaus recht gut nachvollziehen, in welchem Land ein »Stamm« erforscht wird. In den Siebzigerjahren begann man diese Forschung herunterzufahren – auch wenn das nötige Material durchaus noch vorhanden ist. Das Hauptaugenmerk lag seither auf Terroristen, welche waffenfähiges Material stehlen und aufbereiten könnten – dazu allerdings braucht es keine aufwändigen Labore.

Bisher hieß es, Biowaffen würden nur von solchen Terrorgruppen eingesetzt, die nichts mehr zu verlieren haben – weil die Verbreitungswege einer solchen Waffe im modernen Flug- und Warenverkehr kaum zu kontrollieren sind. Während eine einzelne Atombombe ihr furchtbares Vernichtungswerk auf einem überschaubaren Territorium verrichtet, kann eine Biowaffe ohne viel Aufwand zunächst unbemerkt in der ganzen Welt verteilt werden. Daher macht es stutzig, daß die USA gemeinsam mit den Ukrainern gerade diese Verbreitungswege untersucht haben, zum Beispiel anhand des Hantavirus, das regional auch in Mitteleuropa auf natürliche Weise auftritt. Könnten hinter dieser Initiative auch wirtschaftliche Interessen stecken? Oder ist es ein Akt psychologischer Kriegsführung?

Wie eine Bestätigung von Putins angeblicher »Kriegspropaganda« wirkt dann eine etwas ältere Meldung der »DC Weekly«: Das »nicht so geheime« US-amerikanische Biowaffen-Programm in der Ukraine könnte zu Spannungen mit Rußland führen, warnte die Zeitung Ende letzten Jahres. Demnach ließ sich das Pentagon das ukrainische »Biowaffen-Projekt« in den letzten 16 Jahren über 200 Million US-Dollar kosten und es seien über das ganze Land verteilt dafür 15 Labore geschaffen worden. [8]

[1] https://www.nachdenkseiten.de/?p=80402#

[2] https://www.zdf.de/nachrichten/politik/massenvernichtungswaffen-usa-ukraine-krieg-russland-100.html

[3] https://twitter.com/ggreenwald/status/1501732621511970822?ref_src=twsrc%5Etfw%7Ctwcamp%5Etweetembed%7Ctwterm%5E1501732621511970822%7Ctwgr%5E%7Ctwcon%5Es1_&ref_url=https%3A%2F%2Fwww.wochenblick.at%2Fbrisant%2Fpest-cholera-anthrax-seltene-zoonosen-obama-faedelte-bio-labore-in-ukraine-ein%2F

[4] https://www.wochenblick.at/brisant/pest-cholera-anthrax-seltene-zoonosen-obama-faedelte-bio-labore-in-ukraine-ein/

[5] https://de.wikipedia.org/wiki/Black_Site#Black_Sites_nach_Ländern

[6] https://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2005/11/01/AR2005110101644.html

[7] https://en.wikipedia.org/wiki/Robert_Kadlec

[8] https://dcweekly.org/2021/12/11/united-states-not-so-secret-bio-weapons-program-in-ukraine-increases-tensions-with-russia/

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